Aktuelles

Meersburg

Zwei Präsidenten, die ein Glücksfall für den IBC waren

Lob und Dank galten Josef Bieri und Rolf Eichler, Präsidenten des Internationalen Bodensee-Clubs, bei ihrer Verabschiedung auf der Meersburg.

Von Helga Müller-Schnepper |

09.12.25, 10:09 Uhr

 

Manuela Müller-Windisch, die derzeitige Präsidentin des IBC, mit Josef Bieri (links) und Rolf Eichler.Foto: Helga Müller-Schnepper

Wenn Präsidenten ihr Amt abgeben, dann gibt es immer viel Lob. So war das auch bei der Verabschiedung der IBC-Präsidenten Josef Bieri und Rolf Eichler am Samstag auf der Meersburg. Die amtierende Präsidentin Manuela Müller-Windisch sparte nicht mit Respekt und rühmenden Worten, wobei alle wussten, dass beide tatsächlich ein Glücksfall für den Internationalen Bodensee-Club waren.

Bieri zeigt grenzüberschreitende Offenheit

Der Schweizer Josef Bieri war 16 Jahre lang Präsident des IBC, respektiert als jemand, der freundlich im Umgang, aber hart in der Sache war. Bereits als Student zeichnete er sich sozusagen durch grenzüberschreitende Offenheit aus, die ihn später zum „Brückenbauer“ werden ließ. In der Innerschweiz geboren, begann er sein Studium der Geschichte, Politik und Französisch zwar in Zürich, wechselte aber schnell in die erst 1965 gegründete Universität Konstanz, die noch im Inselhotel untergebracht war. Mit der Matrikelnummer 98 gehörte er 1967 zu den ersten 100 Studenten, nicht zuletzt, weil damals an Schweizer Universitäten noch keine Politikwissenschaft gelehrt wurde. Die Theorie setzte er von 1989 bis 2007 in die Praxis um, als er Landamann – deutsch Bürgermeister – in Kreuzlingen war.. Die Kompetenz und Netzwerke, die er sich dort erwarb, waren für den IBC höchst hilfreich.

Eichler bleibt als Gastgeber in Erinnerung

Als Vizepräsident prägte der Rheinländer Rolf Eichler seit Mitte der 1980er Jahre den IBC in einer glücklichen Mischung aus fachlicher Kompetenz, literarischer Leidenschaft und menschlicher Zugewandtheit. Als leitender Dozent an der Universität Konstanz deckte er inhaltlich alle Bereiche von Bildender Kunst, Literatur und Musik ab. Daraus erwuchsen für den IBC so spektakuläre Aktivitäten wie die großen „LiteraTour-Schiffe“, die er als Gastgeber im besten Sinne moderierte oder die immer noch erfolgreichen Jour Fixe auf der Meersburg, ganz zu schweigen von seinen 80 Vorträgen aus dem ganzen Feld von Kultur und Geschichte.

Zum guten Schluss aber wandte die amtierende Präsidentin den Blick in die Zukunft und listete in Kürze die Stichpunkte ihres Programms auf: „Pflegen wir die feinen, kleinen Formate! Lernen wir, Stroh zu Gold zu spinnen in Zeiten knapper werdender finanzieller Fördermittel. Halten wir das Vier-Länder-Eck weit offen. Bewahren wir die Balance zwischen 75-jähriger IBC-Tradition und dem Mut auch zu neuen Experimenten. Bleiben wir Kultur-Gastgeber.“ Danach las noch Monika Taubitz aus ihrer Erzählung „Wo diese Tage enden".